Hotel InterContinental

Hotel InterContinental Wien

Das Inter­con­ti­nen­tal Wien wur­de am 4. März 1964 als ers­tes Hotel einer inter­na­tio­na­len Ket­te in Wien eröff­net. Zum Zeit­punkt sei­ner Eröff­nung war es das größ­te Hotel Öster­reichs. Die ursprüng­lich 504 Gäs­te­zim­mer (für 800 Personen)[1] wur­den auf zwölf Stock­wer­ke ver­teilt. Zuvor war das Hotel Metro­pol mit 360 Zim­mern bis zu sei­ner Zer­stö­rung 1945 das weit­aus größ­te Wie­ner Hotel gewe­sen. Das damals neu­ar­ti­ge Raum­pro­gramm eta­blier­te das Hotel als gesell­schaft­li­ches Zen­trum. Grö­ße und Bau­platz erfor­der­ten eine avan­cier­te Bau­wei­se, und die inner­be­trieb­li­che Ver­sor­gung sowie die Logis­tik der Abläu­fe ver­lang­ten intel­li­gen­te pla­ne­ri­sche Lösun­gen.

Das Inter­con­ti­nen­tal Wien war zu sei­ner Eröff­nung das 23. Hotel der Inter­Con­ti­nen­tal Hotels Group, die 1946 von der ame­ri­ka­ni­schen Flug­li­nie Pan Ame­ri­can World Air­ways gegrün­det wur­de.

Architektur und Bauweise

Mit der Pla­nung des Inter­con­ti­nen­tals Wien wur­de das 1880 in Chi­ca­go gegrün­de­te Archi­tek­tur­bü­ro­Ho­lab­ird & Root betraut, das zu den tra­di­ti­ons­reichs­ten Archi­tek­tur­fir­men der USA zähl­te und ent­schei­dend die Ent­wick­lung der ame­ri­ka­ni­schen Hoch­haus­ar­chi­tek­tur in Stahl­ske­lett­bau­wei­se mit­trug. Auf­ga­ben­stel­lung für das Inter­con­ti­nen­tal Wien war, ein Gebäu­de mit einer pro­fi­lier­ten Cor­po­ra­te Iden­ti­ty zu ent­wer­fen. Die ört­li­che Bau­lei­tung und Aus­füh­rung des Inter­con­ti­nen­tals Wien wur­de dem Wie­ner Archi­tek­ten Carl Appel (1911–1997) über­tra­gen.

Archi­tek­to­nisch ent­spricht das Inter­con­ti­nen­tal Wien der Hal­tung der inter­na­tio­na­len Moder­ne der Nach­kriegs­jahr­zehn­te. Das Gebäu­de gilt als Ver­tre­ter des Funk­tio­na­lis­mus: Carl Appel erforsch­te die künf­ti­gen inner­be­trieb­li­chen Vor­gän­ge und logis­ti­schen Abläu­fe, danach leg­te er die Struk­tur fest und begann mit der Gebäu­de­pla­nung. Der Auf­bau, die struk­tu­rel­le For­men­spra­che, die ratio­na­li­sier­ten Grund­ris­se, all das spie­gelt sich fol­ge­rich­tig in der Gestal­tung des Baus wider. Die 12 Stock­wer­ke der Gäs­te­zim­mer sind ver­gleichs­wei­se beschei­den dimen­sio­niert: Hier wird geschla­fen und kurz­zei­tig ver­weilt. Die Hotel­lob­by, die Gesell­schafts­räu­me und der Fest­saal hin­ge­gen sind als Räu­me der Reprä­sen­tanz und Kom­mu­ni­ka­ti­on äußerst groß­zü­gig dimen­sio­niert. Hier ließ der Wie­ner Archi­tekt loka­les Flair wir­ken. Die kon­text­be­zo­ge­nen Adap­tie­run­gen, Fas­sa­den­glie­de­rung sowie die Innen­aus­stat­tung, las­sen das Gebäu­de zu einem zeit­typischen Wie­ner Bau­werk der spä­ten 1950er und frü­hen 1960er Jah­re wer­den.

Carl Appel gestal­te­te die Fas­sa­de des Inter­con­ti­nen­tal Wien aus Tiro­ler Sand­stein und klein­tei­li­gen, far­bi­gen Mosai­k­en­stei­nen, mit der der Eisen­be­ton-Ske­lett­bau ver­klei­det wur­de und beson­ders wider­stands­fä­hig wur­de. Dies stell­te in Bezug auf das Guss­ver­fah­ren eine Inno­va­ti­on dar.